Eichenwälder

In den trockenwarrnen, kontinental getönten Gebieten des Thüringer Beckens und des Südkyffhäusers sind Eichen- Hainbuchenwälder verbreitet. Eichen sind Lichtbaumarten. Sie benötigen in der Jugend volles Licht, lassen im Alter aber auch viel Licht auf den Boden. Dort kann sich eine reich gegliederte Vegetation bilden. In Thüringen kommen Stieleiche (Quercus robur) und Traubeneiche (Quercus petraea) natürlich vor. Dabei bildet die Stieleiche oft mit der Hainbuche, die Traubeneiche mit der Winterlinde eine natürliche Waldgesellschaft.

Trauben- und Stieleichen sind diejenigen Baumarten, die in Europa die meisten lnsektenarten (ca.  ) beherbergen. Darüberhinaus überwintern in der rissigen Borke und den zahlreichen abgestorbenen Ästen alter Eichen viele Insekten.

Ein Drittel vom Weltbestand des Roten Milans brütet in Mitteldeutschland. Thüringen hat damit eine weltweite Verantwortung für die Erhaltung dieses Greifvogels. Nach Untersuchung im Kyffhäusergebirge sind die Rotmilanhorste bevorzugt auf Eichen angelegt.

Der Star zieht seine zwei Bruten pro Jahr gern in höhlenreichen Eichenwäldern auf. In Jahren mit Massenvermehrung des Eichenwicklers werden die 5-6 Jungen bis zu 80% mit den Raupen dieses Schmetterlings gefüttert.

Der Bestandsbedrohte Mittelspecht ist gänzlich auf Eichenwälder angewiesen. Im Gegensatz zum Buntspecht ernährt er sich ganzjährig nur von Insekten. Seine Nahrung holt er sich durch Stochern aus rissigen Stämmen und Ästen.

Baumsäfte enthalten ein Gemisch aus verschiedenen Zuckern. Diese Nahrungsquelle wird von wirbellosen Tieren ausgiebig genutzt. Wie bei jedem Konkurrieren um Ressourcen bildet sich dabei zwischen den einzelnen Insektenarten eine Rangfolge aus. Die dargestellte Ausflußstelle zeigt eine Momentaufnahne aus einem intakten Eichenwald. Insgesamt saßen dort 52 Individuen an der "Tafel des Lucullus". Es sind neben Hornissen vor allem Bockkäfer, Rosenkäfer und Hirschkäfer. 

Pflanzen reagieren auf chemische oder physikalische Reizung durch verschiedene Insektenarten, vor allem Gallwespen, Gallmücken und halben, mit der Bildung von "Gallen".  Diese Gallen dienen den Nachkommen ihrer Erreger als Nahrung oder Schutz.

An Stiel- und Traubeneichen gibt es in Mitteleuropa etwa 100 verschiedene durch Gallwespen hervorgerufene Gallenformen.  Der Name "Gallen" beruht auf ein durch hohen Gerbstoffgehalt bedingten bitteren Geschmack. Sie waren bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein unentbehrlicher Rohstoff für die Lederindustrie und die Farben- und Tintenherstellung.