Der Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Der schattige Wald ist die Heimat des Feuersalamanders, denn er hat eine feuchte, nackte Haut. Das macht ihn so verletzlich. Kühle verträgt er, aber keine Trockenheit. Deshalb verbringt er zumeist den Tag in einem kühlen, feuchten Versteck. Nur wenn nach einem Regen das Wasser noch von den Zweigen tropft, haben wir eine Chance, ihn auch bei Tageslicht zu Gesicht bekommen. Ansonsten verschiebt er seine Waldspaziergänge auf die kühlere und damit feuchtere Nacht. Über 90% Luftfeuchtigkeit ist ideal, bei weniger als 85% lässt er sich nicht  blicken. Trotzdem ist er ganz und gar ein Landtier.

Die Kinderstube des Feuersalamanders ist dagegen der Waldbach. Hier hinein setzt das Weibchen die Larve. Die Geburt erfolgt meist im April oder Mai. Dann sind die Frühjahrshochwässer gewöhnlich schon vorüber. Die Larven haben noch keine Lungen, sondern besitzen Kiemen - wie die Fische.  Inmitten des oft stark strömenden Baches halten sie sich bevorzugt in beruhigten Bereichen (Stillwasserzonen) auf. Nach ungefähr 3 Monaten verlassen sie diese Wasserwelt und steigen für immer an Land. 3 bis 4 Jahre vergehen noch, bis der Salamander geschlechtsreif ist. Die erwachsenen Tiere können recht alt werden: über 20 Jahre ist keine Seltenheit. Ein Tier aus dem Raum Gotha erreichte in Gefangenschaft sogar über 50 Jahre.  

Feinde braucht der Feuersalamander kaum zu fürchten, davor schützt ihn seine gelbe Rückenzeichnung auf lackschwarzem Untergrund.  Solch schwarzgelbe  Muster - wir kennen sie auch von Bienen und Wespen - signalisieren Gefahr, das weiß alle (Tier-) Welt. Tatsächlich verfügt der Feuersalamander über ein kräftiges Hautgift. Dieses soll vor allem die feuchte Haut vor Bakterien und Pilzen schützen und erst an zweiter  Stelle auch größere Feinde abschrecken. Aber haben sie keine Angst: Es ist nicht gefährlich einen Feuersalamander in die Hand zu nehmen - nur essen sollte man ihn nicht.  Allerdings ist es angebracht, nach dem Anfassen die Hände gründlich  zu waschen, denn vor allem die Augen können sich durch das Gift leicht entzünden.

Anders als bei Froschlurchen kommt es bei Salamandern zu  einer inneren Befruchtung: Bei der Paarung unterkriecht das Männchen das paarungsbereite Weibchen und setzt seine Samen als Spermatophore auf dem Waldboden ab. Danach schwenkt das Männchen seinen Hinterkörper zur Seite, damit die Kloake des Weibchen auf der Spermatophore landet und die beweglichen Spermien aufnehmen kann. Diese sammeln sich in einer besonderen Tasche und befruchten erst später die Eier. Zwischen Aufnahme der Spermien und der Befruchtung kann im Extremfall ein Jahr liegen.