Feldgehölze - Inseln in der Feldflur
Viele Tiere finden in kleinen Feldgehölzen geeignete Lebensbedingungen. Von hier aus gehen einige Arten auf die Jagd nach sogenannten "Ackerschädlingen". Sie dringen bis 500 m in die Ackerfläche ein. Feldgehölze beherbergen eine von der Feldflur verschiedene Tier- und Pflanzenwelt. Sie sind für die offene Landschaft unerlässlich in ihrer Funktion als Windbremse, Feuchtigkeitsspeicher und Samenfilter für "Ackerunkräuter".
ntlang der Äcker wachsende, bis zu 10 m hohe Feldgehölze bremsen den Wind noch 100 m dahinter um zwei bis drei Windstärken ab. Sie vermindern die Bodenerosion durchschnittlich um 50 %. In ihrem Windschatten ist die Luftfeuchtigkeit höher als auf den freien, ungeschützten Ackerflächen. Die in diesem Bereich stehenden Kulturpflanzen sind weniger der Trockenheit ausgesetzt als die der Feldmitte und haben günstigere Wuchsbedingungen. Die andersartige Biotopstruktur hemmt die Ausbreitung der für den Feldbau schädlichen Pflanzen und Tiere.
Der Raubwürger ist trotz seines Hakenschnabels ein Singvogel und der größter Vertreter der seltenen heimischen Würger. Er besiedelt halboffene Landschaften mit Feldgehölzen und Gebüschreihen, in denen er sein Nest in 2 bis 20 m Höhe errichtet. Zur Nahrungssuche benötigt er niedrige Vegetationsstrukturen und Ansitzwarten, von wo aus er Insekten, Kleinsäuger und zuweilen auch Eidechsen und Vögel erbeutet. Hautflügler, wie Hummeln, Wespen und Hornissen, werden vor dem Verzehr entstachelt und damit ungefährlich gemacht. Diese Verhaltensweise ist den Würgern angeboren.
Der Rotfuchs ist ein sehr anpassungsfähiger und vielseitiger Jäger, der alles nimmt, was er überwältigen kann. Seine Hauptbeute besteht jedoch aus Wühlmäusen. Auch Beeren werden gern genommen. Rotfüchse verbringen ein Teil des Jahres als Einzelgänger. Nach der Paarungszeit im Januar und Februar bleibt das Männchen bis zum Herbst in der Nähe des Weibchens. Dieses bringt im März-April in ihrem Wurfbau 3-12 Junge zur Welt. In den ersten drei Wochen verlässt das Weibchen den Bau kaum, das Futter trägt in dieser Zeit allein das Männchen herbei. Ab der 4. Woche bringen beide Eltern Nahrung. Nach etwa 4 Monaten sind die Jungen völlig selbständig, werden von der Mutter weggebissen und müssen sich ein eigenes Revier suchen.
Das Reh ist unsere kleinste heimische Hirschart. Nur das Männchen (Rehbock) trägt ein bis 25 cm langes Geweih, welches jährlich im Oktober oder Anfang November abgeworfen wird. Die sehr anpassungsfähigen Tiere leben je nach Jahreszeit und Lebensraum einzeln, paarweise oder in einem Familienverband. Die 1-2 Jungen (Kitze) werden Mai-Juni geboren. Sie halten sich getrennt voneinander in der Vegetation verborgen - gut getarnt durch ihr geflecktes Haarkleid. Die Mutter sucht ihre Jungen anfangs jeden Tag nur etwa für 40 Minuten zum Säugen auf. Nach etwa 3-4 Wochen werden die Kitze von der Mutter geführt. Rehe benötigen eine sehr eiweißreiche Nahrung, vor allem Knospen und junge Triebe. Bei hoher Rehwilddichte kann daher die Naturverjüngung des Waldes gefährdet werden, während in der Feldflur durch das Überangebot an eiweißreicher Nahrung kaum Schäden entstehen.




