Winterschlaf - Leben in Standby
Wenn die Felder abgeerntet sind - also von Ende August bis Oktober - zieht sich der Hamster in seinen Bau zurück und verschließt ihn. Sobald es kalt wird, fällt er in den Winterschlaf. Dabei sinkt seine Körpertemperatur, die, wie bei uns Menschen, normal 37°C beträgt, auf die Umgebungstemperatur ab. Auch seine Atmung wird reduziert. Statt 70-80mal holt er jetzt weniger als einmal pro Minute Luft. Auch das Herz schlägt langsamer. 5-14 Tage verbringt er so auf Sparflamme, danach muss er seinen Stoffwechsel wieder hochfahren. Er wacht für mehrere Tage auf, um zu fressen und Urin abzusetzen und schläft danach erneut ein. Die lange Zeit zehrt an den Kräften, trotz der Vorräte. Hamster verlieren im Winter mindestens 1/3 ihres Gewichtes - wenn sie überhaupt überleben. Mehr als die Hälfte überstehen den Winter nicht. Der Rest ist hungrig, aber auch vorsichtig.
Wenn sie im April den Bau öffnen, stopfen sie die Backen nur schnell voll mit dem, was in unmittelbarer Baunähe wächst. So entstehen in dieser Zeit die typischen Hamsterringe von 1-2m Durchmesser rund um den Bau.
Baumeister Hamster oder Leben unter der Scholle
Ohne seinen Erdbau kann ein Hamster nicht überleben! Er legt ihn in tiefgründigen Böden mit niedrigem Grundwasser an. Mit seinen Vorderbeinen gräbt er zunächst einen schrägen Gang und erweitert ihn in der Tiefe zu einem Nest und mehreren Vorratskammern. Später kommt eine senkrechte Röhre hinzu, die er dann auch als Ausgang und vor allem als Sturzloch bei Gefahr benutzt. So ein Bau wird ständig erweitert und kann ein Gangsystem bis zu 20 m aufweisen. Feldhamster schauen regelmäßig auch zu den Bauen der Nachbarn und wechseln mehrmals im Jahr den Wohnbau. Das ist kein Problem, den etwa 20% der Baue sind frei. Ein kleiner Sommerbau reicht bis 50 cm Tiefe, Baue für die Überwinterung sind dagegen bis 2 m tief.



