König der Dachrinne

Der Hausperling ist ein enger Begleiter des Menschen, der jedoch – anders als die Haustiere – seine Unabhängigkeit nie aufgegeben hat. Gewitzt, wagemutig und vorsichtig zugleich findet er überall Zugang, wo es etwas aufzupicken gilt. Mit der Vertraulichkeit ist jedoch sofort Schluß, wenn man ihn aufstöbert.
Ursprünglich heimisch in Europa, Nordafrika und Südostasien schloß er sich früh dem ackerbauenden Menschen an, dessen Vorliebe für Getreide er teilt. Die Beziehung zum Menschen ist in Mitteleuropa so eng, das aufgegebene Siedlungen verlassen werden. Er eroberte im Gefolge der europäischen Expansion und mit Hilfe zahlreicher Einbürgerungen durch den Menschen weite Teile Nord- und Südamerikas, Australien, Neuseeland, Süd- und Westafrika.
Das Sperlingsnest bildet eine unordentliche Kugel aus Halmen und Gräsern, die seine Verwandtschaft mit den Webervögeln erahnen lässt. Er baut es an allen nur denkbaren Plätzen, am liebsten aber in Nischen an Gebäuden. Am wohlsten fühlt er sich dort, wo solche Brutplätze sowie genügend Nahrung, und eine dichte, schützende Hecke für den Fall der raschen Flucht vorhanden sind.
Während in der City der Haussperling, der unangefochtene King ist, treffen wir den nah verwandten Feldsperling in der Gartenstadt, der Stadtrand-landschaft und den Vororten an. Im Gegensatz zum Haussperling sind die Geschlechter des Feldsperlings äußerlich gleich. Er ist kleiner, kontrast-reicher und besitzt einen charakteristischen schwarzen Wangenfleck sowie ein weißes Nackenband. Beide Arten wurden jahrhundertelang als „Schädling“ verfolgt, so dass die Bestände überall deutlich schrumpften und vor allem der Feldsperling in ganz Europa ein seltener Vogel wurde.



