Die Stadt

- Die Nachbildung einer Stadtmauer soll in der obersten Etage auf den Lebensraumtyp hinweisen, der am stärksten durch den Menschen geprägt wurde.
Die Stadt ist durch und durch ein Gebilde von Menschenhand. Von Menschen für Menschen gemacht, ist dieser Lebensraum ganz auf ihn eingestellt. Deshalb ist die Stadt für viele Menschen unverändert attraktiv. Andere Lebewesen werden nach seinem Gutdünken gefördert, geduldet oder bekämpft.
Hier wird ständig Boden versiegelt und überbaut. Die Stadtflächen wachsen auch bei gleich bleibender oder gar sinkender Bevölkerungszahl. Immer mehr Ballungsgebiete entstehen, in denen eine Stadt in die andere übergeht.
Im Vergleich zu natürlichen Ökosystemen existieren in der Stadt kaum geschlossene Kreisläufe. Städte sind deshalb in hohem Maße auf die Zufuhr von Naturprodukten angewiesen, z.B. Wasser und alle Nahrungsmittel.
Auch die Energie muss aus einem weit reichenden Einzugsgebiet importiert werden, während die Sonnenenergie "vor Ort" kaum eine Nutzung erfährt.
Selbst die Luftströme aus fernen Gebieten sind lebensnotwendig, weil in der Stadt vor allem Sauerstoff zehrende Prozesse stattfinden, aber im Verhältnis wenig Sauerstoff freigesetzt wird.
Die Stadt hat im Verhältnis zu ihrem Umland ein eigenes Klima:
Die Stadt ist wärmer als ihr Umland (Wärmeinsel): Die Steinwüste "Stadt" speichert die Wärme. Vegetationsflächen dagegen kühlen durch Verdunstung. Außerdem wird die Stadt im Winter durch importierte Energie (zumeist fossile Brennstoffe) aufgeheizt. Im Stadtzentrum können die Durchschnittstemperaturen bis zu 8 Grad über denen des Umlandes liegen.
Die Stadt ist trocken (Steinwüste): Obwohl die Staubpartikel in der Luft die Nebelhäufigkeit erhöhen, es in der Stadt sogar mehr regnet, ist die Stadt vergleichsweise trocken. Denn mit viel Aufwand wird der Niederschlag möglichst schnell abgeleitet. An der warmen Oberfläche verdunstet das Restwasser schnell. Grundwasser wird seit langem durch Kanalisierung, Versiegelung von Flächen und ständige Entnahme abgesenkt.
Die Stadt ist oberflächenrauh: Die Bebauung verändert den Luftmassenaustausch nachhaltig. Die Straßenschluchten erschweren die Zirkulation. Die unterschiedliche Erwärmung der Gebäudeteile verstärkt diesen Effekt. Die Stadt hat einen geringen Luftaustausch mit dem Umland. Durch Straßenverkehr und Heizung kommt es dann zur "schlechten Luft" oder gar zur "Dunstglocke"



