Tiere als Übermieter

Neben Fledermäusen findet man eine ganze Reihe anderer Tiere in Dachstühlen und Speichern, denn diese sind begehrte Brut- und Aufenthaltsplätze für viele Arten - vorausgesetzt, dass diese Räume nicht ausgebaut sind. Dabei darf das Holz nur mit ausgewählten Holzschutzmitteln behandelt werden. Für Vögel müssen allerdings geeignete Einflugöffnungen vorhanden sein. Diese kann man durchaus so gestalten, dass nur die gewünschten Übermieter einziehen und anderen - z.B. Tauben - der Zugang verwehrt bleibt.

Schleiereulen (Tyco alba) kommen fast nur noch im unmittelbaren Siedlungsbereich vor. Ihre Jungen ziehen sie im Kirchturmgebälk, in Scheunen und auf Dachböden groß. Mit ihrem hervorragenden Gehör gelingt es ihnen, die Beute, vor allem Mäuse und Spitzmäuse, genau zu orten. Je nach Mäuseangebot brütet diese Eule ein- oder zweimal im Jahr. Auch die Eizahl und die Überlebensrate der Jungen hängt direkt vom Nahrungsangebot ab. Schleiereulen finden wir heute vor allem in Dörfern und am Stadtrand, wo nicht nur viele Mäuse vorhanden, sondern diese auch gut erreichbar sind.

Tagsüber versteckt, beginnt der Steinmarder (Martes foina) erst in der späten Dämmerung oder Nacht mit der Nahrungssuche. So merkt man seine Anwesenheit kaum, obwohl er in unseren Städten inzwischen fast allgegenwärtig ist. Die anpassungsfähigen Tiere fressen, was sich ihnen bietet: Tauben, Aas sowie Nahrungsreste aus der Abfalltonne. Da sie schnell und wendig sind, gelingt es ihnen auch, überfahrende Tiere von der Fahrbahn zu holen. Manchen Marder kostet dies jedoch das Leben. Steinmarder sind bei der Suche nach einem Unterschlupf sehr flexibel und einfallsreich. Über Dachluken oder Ritzen im Mauerwerk könen sie auf Dachböden kommen. Den menschlichen Bewohnern fallen sie zumeist erst dann auf, wenn sie sich als Poltergeister betätigen