Karbon

von 360 bis 290 Millionen Jahren

 

Name: nach dem lateinischen Wort "carbo" für Kohle

Im Karbon wurde aus der variszischen Geosynklinale durch mehrere tektonische Phasen das Variszische Gebirge aufgefaltet und durchzog als ein 500 km breiter Faltengürtel Mitteleuropa. Diese Faltung schuf auch die Saumtiefen und Binnenbecken mit Sumpfmooren, in denen die Kohlebildung vor sich ging ("Steinkohlenformation"). Die Faltungen waren aber auch vom Aufstieg granitischer Schmelzen - die Haupterzbringer der deutschen Mittelgebirge - begleitet.

In Thüringen finden sich Sedimente des Unterkarbon (Kulm) im Kern der Ziegenrück- Teuschnitzer Mulde als Schiefer und Grauwacken aufgeschlossen. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind die Dachschiefer von Lehesten und die Schottergewinnung aus Kulmgrauwacken. Leitfossilcharakter haben Foraminiferen, Ammoniten, Muscheln, Armfüßer und Hohltiere. Neben Knorpelfischen treten erste Knochenfische auf. Von Bedeutung für die Evolution ist die Entfaltung der Amphibien, das Auftauchen der ersten Reptilien im Oberkarbon und die Eroberung des Luftraumes durch Insekten.

Erstmals ist die Flora dominant mit baumförmigen Bärlappgewächsen, Schachtelhalmen, Farnen, Farnsamern aber auch ersten Nadelbäumen.