Wie kam die Eiche ins Museum?

Nach dem Passieren von Kasse und Foyer fällt beim Betreten des Ausstellungsgebäudes der Blick sogleich auf einen Baum, der alle Etagen des Hauses "durchwächst". Es ist eine Stieleiche (Quercus robur) von 14 m Höhe und einem Stammumfang von max. 3,20 m. Sie stammt aus dem Erfurter Stadtwald - dem Steiger - und wurde dort 1991 im Alter von 350 Jahren gefällt.

Bäume sind nicht nur die größten Lebewesen unserer Erde, sondern erreichen auch das höchste Lebensalter. Wegen dieser Urwüchsigkeit sind sie in vielen Religionen Sinnbild des ewigen Lebens und Stätten der Begegnung; sie bieten Schutz und Geborgenheit.

Bäume leben von Sonne, Luft und Wasser, liefern Sauerstoff und binden Kohlendioxid. Sie filtern große Staubmengen aus der Luft und befeuchten diese. Bäume spenden Schatten, bremsen den Wind und mindern den Schall. Ihre Wurzeln halten den Boden fest und speichern Wasser. Wie diese Stiel-Eiche sind sie zugleich Lebensraum für Säugetiere, Vögel, Insekten, Flechten und Pilze.

Beim Treppenaufstieg erschließen sich von der Wurzel über den Stamm bis zur Krone alle Baumetagen in immer neuer Perspektive. Unterwegs erläutert eine Fließgrafik den Assimilate- und Transpirationsstrom sowie den Aufbau von Wurzel, Stamm und Blatt. Die 350 Lebensjahre unserer Eiche werden anschaulich mit Thüringer Landesgeschichte und Erfurter Stadtgeschichte verknüpft.

Die Erdgeschichte, der Wald, Feldflur und Stadt sind die Themen der vier Etagen. Am Baum, der als Baumplastik im Treppenauge durch die vier Etagen wächst, kann sich der Besucher von den ältesten fossilen Resten Thüringens im Erdgeschoss bis zum rezenten Müll unserer Wegwerfgesellschaft im Dachgeschoss hinaufarbeiten.