Nationalpark Hainich

Der Hainich, ein Muschelkalkhöhenzug im Westen Thüringens, ist mit 15.000 ha eines der größten unzerschnittenen Laubwald- gebiete Deutschlands und seit dem 31.12.1997 auf einer Fläche von 7.600 ha Nationalpark.

Er weist die für Mitteleuropa typischen Buchenwälder in einer Größe und Ausprägung auf, wie sie ohne Einfluss des Menschen von Natur aus großflächig auftreten würden.

Im Hainich lässt sich erahnen, wie der mitteleuropäische Urwald vor Tausenden von Jahren ausgesehen hat.

Der Hainich besitzt eine reichhaltige Pflanzenwelt. Neben vielen im Laubwald weit verbreiteten Arten gibt es sowohl bei den Blüten- pflanzen, als auch bei Moosen, Pilzen und Flechten viele seltene und gefährdete Vertreter.

So stehen von den ca. 700 bisher nachgewiesenen Pilzarten mehr als 50 auf der Roten Liste Deutschlands.

Der Pilz Mycoacia nothofagi, eine Indikatorart für naturnahe Buchenwälder, ist im östlichen Teil von Deutschland nur noch aus dem Hainich bekannt.

Rund 200 Moos- und Flechtenarten wurden bisher gefunden.

Reichhaltig ist auch die Tierwelt. Bisher wurden 41 Säugetierarten nachgewiesen, darunter allein 11 Arten Fleder-mäuse. 165 Vogelarten leben im Hainich, davon 106 als Brutvögel. Viele Vertreter zeigen eine starke Bindung an alte Wälder, wie Spechte, Baumläufer und andere Höhlenbrüter. So kommen z.B. alle 7 in Thüringen heimischen Spechtarten im Hainich vor. Bekannt sind weiterhin 12 Arten von Amphibien, 540 verschiedene Großschmetter-linge. Von den ca. 1800 nachgewiesenen Käferarten leben rund 500 am oder im Holz.  

Die Wildkatze zählt zu den herausragenden Besonderheiten des Hainichs. Ihr Überleben ist an großflächige, un-zerschnittene und strukturreiche Wälder geknüpft. Im Hainich leben 20 bis 30 dieser Tiere. 

Bevorzugt in den Randgebieten ist auch der scheue Schwarzstorch anzutreffen - im Gegensatz zum Weißstorch ein typischer Waldbewohner.