Der Waldrand

Waldränder sind Kontaktzonen zwischen zwei Ökosystemen mit extrem unterschiedlichen Umweltbedingungen: dem Wald und der offenen Landschaft.
Die Überlappung beider Lebensräume am Waldrand führt zu einem hohen Artenreichtum dieser Saumbiotope. Neben typischen Randbewohnern leben hier sowohl Arten des Waldes, als auch solche des Offenlandes.
Optimale Waldränder bieten dem Wind keine Angriffsflächen und schützen damit den Wald. Weiterhin mindern sie das Eindringen von Schadstoffen in den Wald.
Der Neuntöter (Lanius collurio) baut sein Nest gern an lichte Waldränder, sofern ihm die angrenzende Freifläche ausreichend Nahrung bietet.
Der Kuckuck legt seine Eier häufig in Neuntöternester. In Thüringen gehören etwa 13% der Nester, in denen Kuckuckseier angetroffen werden, dem Neuntöter. Sonnige, blütenreiche und stufig aufgebaute Waldränder sind reich an Tagfaltern. Dort finden sie den für ihre Ernährung notwendigen Nektar sowie Futterpflanzen für ihre Raupen.
Der Admiral gehört zu den Wanderfaltern. Die im Frühling bei uns auftretenden Tiere entwickeln sich Südlich der Alpen. Nach der Verwandlung zum Vollinsekt ziehen sie über das Gebirge nach Mitteleuropa. Hier legen sie Eier auf Brennesseln ab und erzeugen 1-2 Generationen. Im Spätsommer ziehen sie zurück in den Mittelmeerraum.


