Weiher - Oase in der Ackersteppe

Weiher sind natürliche, kleine und bis zu 2 Meter tiefe Gewässer, die nie austrocknen. Im Gegensatz zum See kann das Licht überall bis zum Gewässerboden durchdringen. Das Wasser im Weiher ist meist nährstoffreich und trüb, die Wassertemperatur kann im Sommer auf 25 °C ansteigen.

Pflanzen und Tiere leben hier auf kleinsten Raum inmitten einer intensiv genutzten Landschaft. Für ihre Entwicklung genügen nur wenige Quadratmeter Wasserfläche und Grasland. Mit ihrem Reichtum an Kleinlebensräumen wirken sie für viele Arten anziehend. Den größten Artenanteil haben jedoch immer die Insekten. Sie bilden die Nahrungsgrundlage für die meisten der größeren Tierarten (Fische, Frösche, Vögel)

Weiher und ihre unmittelbare Umgebung wirken als Verbindungselemente (Trittsteinbiotope) zwischen weit entfernten natürlichen Lebensräumen. Die Biozönose, die Artenzusammensetzung eines solchen Lebensraumes,  ist abhängig von der Größe, der Naturbelassenheit, dem Alter des Weihers und der Entfernung zu ähnlichen Gebieten.

Der Zwergtaucher ist die kleinste der einheimischen Taucherarten. Er lebt bevorzugt an kleinen verlandenden Teichen und an Weihern. Dichte Pflanzenbestände und kleinere offene Wasserflächen sind für sein Brutbiotop charakteristisch. Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und deren Larven, daneben Mollusken, Krebstiere, Kaulquappen und kleinere Fische. Zwergtaucher sind geschickte Unterwasserjäger und tauchen während der Nahrungssuche bis zu 30 Sekunden lang. Von April bis Juli werden ein bis zwei Bruten durchgeführt. Die 3 bis 4 Eier werden 20 Tage lang von beiden Elternteilen abwechselnd bebrütet. 

Das Moderlieschen lebt in kleinen stehenden Gewässern oder in langsam fließenden Flußabschnitten. Dieser gesellig lebende Kleinfisch ernährt sich von Kleinkrebsen und Insektenlarven, zuweilen auch von pflanzlicher Kost. Die 70 bis 120 Eier werden zur Laichzeit (April-Juni) an Pflanzenstengel abgelegt. Das Männchen der Moderlieschen betreibt eine Art Brutpflege, in dem es den Eiern ständig Frischwasser zufächelt. In Thüringen kommt die Art zwar in allen Landschaften vor, ist aber aufgrund der zunehmenden Vernichtung ihres Lebensraumes stark gefährdet.

Der Große Blaupfeil ist ein typischer Bewohner von Weihern. Wie alle anderen Libellenarten leben die Larven des Blaupfeils im Wasser. Hier benötigen sie drei Jahre für ihre Entwicklung bis zum Vollinsekt (Imago). Der Schlupf der Libelle aus ihrer Larvenhülle findet im Juli/August außerhalb des Wassers statt. Die blau gefärbten Männchen wählen sich Reviere, die sie gegen artgleiche Konkurrenten hartnäckig verteidigen. Unter den etwa 50 Libellenarten Thüringens ist der Große Blaupfeil mit einer Höchstgeschwindigkeit des Fluges von 40 km/h eine der schnellsten Arten. Alle Libellenarten sind ungefährlich und können nicht stechen.