Muschelkalk

von 240 bis 230 Millionen Jahren

 

Durch die Oberschlesische Pforte drang ein Flachmeer über ein ausgeglichenes Relief im Unteren Muschelkalk von SE aus dem Bereich der Tethys (Mittelmeer) in den Senkungsbereich des Germanischen Beckens vor. Epirogene Bewegungen führten im Mittleren Muschelkalk zu Abschnürungen im Becken und damit auch zur Abscheidung von Salinaren (ehemaliger Steinsalzschacht Erfurt). Im Oberen Muschelkalk war die Verbindung mit der Tethys durch das Öffnen der Burgundischen Pforte im SW wieder hergestellt.

Muschelkalk streicht großflächig auf Plateaus als ringförmiger Streifen um das Thüringer Becken aus. Der Untere Muschelkalk ist in seinen markanten Schichtstufenlandschaften (Hörselberge, Reinsberge, Berge um Jena) die durch die Erosionskraft der Flüsse (Hörsel, Gera, Saale) herausmodelliert wurden, oft das bestimmende Landschaftsbild. Auch Aufwölbungen (Steiger, Ettersberg, Hainich, Fahner Höhe) sind neben den Kalktafeln im Thüringer Becken dominant.

Genutzt werden die Kalk- und Kalkmergelsteine als Rohstoffe für die Zementindustrie, für die Bau- und Werksteingewinnung, als Branntkalk, Düngekalk und Kalksplitt.

Neben häufigen Meerestieren wie Conodonten, Armfüßer, Schnecken, Muscheln, Kopffüßer und Stachelhäuter finden sich Wohn- und Fraßbauten wirbelloser Tiere aber auch Fische und Reptilien.