Quartär

von 2 Millionen Jahren bis heute

 

Name frz. "die vierte Stelle einnehmend"

Dieser jüngste Abschnitt der Erdgeschichte ist geprägt durch ein wiederholtes Vorrücken und Abschmelzen der Gletscher, d.h. einem mehrfachen Wechsel von Kalt- und Warmzeiten (Glazialen und Interglazialen). Die Gebirge Skandinaviens waren der Ausgangspunkt für diesen geschlossenen Eispanzer, der bis an den Fuß unserer Mittelgebirge vorstieß. Während der Elsterkaltzeit hatten die Gletscher ihre größte Ausdehnung erreicht und füllten das Thüringer Becken weitgehend aus. Die Südgrenze des Elstereisvorstoßes verlief etwa auf der Linie von Mühlhausen - Gotha - Erfurt - Weimar - Jena bis Weida. Die Ausprägung heutiger Landschaftsformen war geschaffen.

Die quartären Sedimente sind Gletscher- und Schmelzwasserablagerungen wie Geschiebelehm, Geschiebemergel, Findlinge, Schotter, Kiese, Sande, Bändertone, aber auch Löß, warmzeitliche Travertine und Bodenbildungen.

Wirtschaftliche Bedeutung haben Travertinabbaue, Sand- und Kiesgruben und Torfstiche.

Neben den Schnecken sind es vor allem die zahlreichen Wirbeltierfunde von Nage-, Raub- und Huftieren. Am Ende der letzten Eiszeit sterben die markanten Großsäuger (wie Mammut und Wollhaarnashorn) aus.

Pflanzliche Reste belegen Mischwälder. Die Überreste fossiler Menschen gehören zu zwei berühmten Vorfahren in Thüringen, den "Ehringsdorfer" und den "Bilzingslebener".