Mehr Wildnis wagen

Der Panda kommt nach Erfurt.

WWF startet Projekt „Thüringer Urwaldpfad“.

Berlin/Erfurt, 11.09.17: Die Naturschutzorganisation WWF hat Montag dem 11. September und damit auf den Tag genau 56 Jahre nach ihrer Gründung, ein neues Projektbüro in Thüringen eröffnet. Anlässlich der offiziellen Einweihung der Räumlichkeiten im Erfurter Naturkundemuseum, erklärte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland: „Auch über 50 Jahre nach unserer Gründung braucht die Natur die Stimme des WWFs mehr als je zuvor. Wir schlagen heute ein neues Kapitel für den WWF aber auch für den Naturschutz in Thüringen auf. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir mehr Wildnis wagen und die Urwälder von morgen erlebbar machen.“ Der WWF arbeitet gemeinsam mit dem Naturkundemuseum und mit Unterstützung des Landesumweltministeriums an einem landesweiten „Thüringer Urwaldpfad“. Der Weg vernetzt die wichtige „Urwälder von morgen“ in bedeutenden Landschaften Thüringens miteinander und bildet ein insgesamt mehr als 570 km langes Hufeisen quer durch die Wälder Thüringens.

„Mit dem Projekt legen wir gemeinsam mit dem Freistaat den Grundstein, damit unsere Kinder und Enkel  in Thüringen durch ursprüngliche, wilde und beeindruckende Wälder wandern können“, so Heinrich. „Weltweit beobachten wir, wie die letzten Urwälder den Kettensägen zum Opfer fallen. Wer sich glaubhaft gegen diese Gefahr stemmen will, der muss auch vor der eigenen Haustüre die Wildnis schützen und wieder entstehen lassen. Es ist daher ein Mut machendes Signal, weit über die Landesgrenzen Thüringens hinaus, wenn wir heute gemeinsam das Projekt Urwaldpfad starten.“ Dabei arbeiten wir mit zahlreichen Wildnis-Unterstützern eng zusammen, beginnend beim Naturkundemuseum Erfurt, den den Thüringer Naturlandschaften, dem Naturschutzprojekt Hohe Schrecke, den Kommunen, Thüringen Forst, Tourismusverbänden und anderen Akteuren. Denn nur gemeinsam schaffen wir Urwälder von morgen.“

Hintergrund „Thüringer Urwaldpfad“

Durch die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) wurden bereits im Vorfeld ca. 20 geeignete Projektflächen („Urwaldperlen“) ausgewählt, die fast vollständig dem Natura 2000-Netz angehören und bereits naturnahen, teils urwaldähnlichen Charakter aufweisen. Fast alle Flächen stehen bereits als „Urwälder von morgen“ fest, bzw. stehen unmittelbar vor der Aufgabe ihrer Nutzung. Anhand der einzelnen Etappen des Urwaldpfades werden die zukünftigen „Urwaldperlen“ in Thüringen erlebbar gemacht. Dazu dienen natur- und wildnispädagogische Stationen, die das Tor zum jeweiligen „Urwald von morgen“ bilden. Mit der Schaffung eines Thüringer Urwaldpfades soll zudem die naturverträgliche regionale Entwicklung unterstützt und zusätzliche Wertschöpfung im Tourismus generiert werden. Vor Ort arbeiten die beiden neuen WWF-Kollegen Andreas Schubert und Tobias Ernst an der Umsetzung des Urwaldpfades.



Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen (FILET), Programm zur Förderung von Maßnahmen zur Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL) gefördert. Die Fördermittel werden von der Thüringer Aufbaubank ausgereicht. Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Neue ständige Ausstellung

Naturschätze Thüringens im Naturkundemuseum

 

Am 12. Januar 2016 eröffnete das Naturkundemuseum Erfurt einen neuen Ausstellungsteil "Naturschätze Thüringens ". Mit mehr als 500 Präparaten und  moderner Audiotechnik informiert sie über Lebensraum und Artenvielfalt unseres Bundeslandes.
Thüringen ist  mit 16 172 km² eines der kleinsten Bundesländer, aber ein Land von außerordentlich vielfältiger Naturausstattung. Auf kleinstem Raum wechseln Morphologie, Boden- und Klimabedingungen und bilden somit die Grundlage für ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Reste historischer Nutzungsformen, wie z.B. Weinberge, Hutungen, Nieder- und Mittelwälder sind noch kleinflächig erhalten. Mit den in jüngerer Zeit durch Bergbau auf Braunkohle und Kies entstandenen Wasserflächen erweitern sie das Mosaik an Lebensräumen in einer heute stark intensiv genutzten Kulturlandschaft.
Die Artenfülle ist Ausdruck der Vielgestaltigkeit dieses Mosaiks. Nur durch Bewahrung dieser Vielfalt ist die Existenz der Pflanzen- und Tierarten gesichert.
In der Ausstellung wird  besonders darauf verwiesen und ein kleinen Ausschnitt aus der Fülle der unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten Thüringens gezeigt. Sie haben ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum. Manche verraten schon durch ihren Körperbau wo sie leben. Einige sind sehr selten, andere sogar vom Aussterben bedroht. Wieder andere sind nach langer Abwesenheit nach Thüringen zurückgekehrt. Einige haben hier ihr Hauptverbreitungsgebiet. Thüringen hat somit für ihren Erhalt eine besondere Verantwortung. Ganz gleich, ob häufig oder selten, sie alle sind Teil der belebten Natur. Sie sind "Naturschätze" und verdienen unsere Fürsorge und unseren Schutz. Besonders der Rückgang häufiger Arten ist ein Alarmsignal, das wir nicht überhören dürfen.
Die Umsetzung des ehrgeizigen Projektes gelang nur mit Hilfe der Allianz-Umweltstiftung, die den größten finanziellen Beitrag leistete. Weitere Hilfe kam von der Staatskanzlei und vom Verein der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums.

Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya V

Matthias Hartmann & Jörg Weipert

Inhaltsverzeichnis

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Die Orchideen Thüringens

Ein Ausstellungsprojekt des Naturkundemuseums Erfurt

 

Thüringen ist aufgrund seines Klimas und seiner geologischen Besonderheiten eine der orchideenreichsten Regionen Deutschlands.

Das Naturkundemuseum Erfurt plant daher ein ganz besonderes Projekt:

Alle in Thüringen vorkommenden Orchideenarten sollen als meisterhafte Abformungen in Originalgröße und voller Schönheit in einer Sonderausstellung gezeigt werden.

Mit Sebastian Brandt haben wir einen Fachmann gefunden, der diese Abformungen mit einem Höchstmaß an präparatorischer Präzision und mit modernsten Fertigungsmethoden herstellt. Seine Präparate sind weltweit einmalig, aber ihre Herstellung ist nicht nur sehr zeit- sondern auch sehr kostenintensiv.

 

Daher benötigen wir für die Umsetzung dieses Projekts Ihre Hilfe: Unterstützen Sie uns mit einer "Arten-Patenschaft" (auch teilweise)!

Pflücken Sie sich "Ihre" Orchidee! Werden Sie Pate für eine außergewöhnliche Pflanze!

 

Arten

01

Herbst-Wendelorchis

Spiranthes spiralis

02

Korallenwurz

Corallorrhiza trifida

03

Kleines Zweiblatt

Listera cordata

04

Kriechendes Netzblatt

Goodyera repens

05

Sumpf-Weichwurz

Hammarbya paludosa

06

Einknollige Honigorchis

Herminium monorchis

07

Großes Zweiblatt

Listera ovata

08

Vogel-Nestwurz

Neottia nidus-avis

09

Blattloser Widerbart

Epigonium aphyllum

10

Bienen-Ragwurz

Ophrys apifera

11

Kleine Spinnenragwurz

Ophrys araneola

12

Fliegen-Ragwurz

Ophrys insectifera

13

Spinnen-Ragwurz

Ophrys sphegodes

14

Langblättriges Waldvögelein

Cephalanthera longifolia

15

Grüne Hohlzunge

Coeloglossun viride

16

Blasses Knabenkraut

Orchis pallens

17

Pyramiden-Spitzorchis

Anacamptis pyramidalis

18

Kleines Knabenkraut

Orchis morio

19

Weiße Waldhyazinthe

Platanthera bifolia

20

Grünliche Waldhyazinthe

Platanthera chlorantha

21

Frauenschuh

Cypripedium calceolus

22

Holunder-Kuckucksblume

Dactylorhiza sambucina

23

Puppenorchis

Aceras anthropophorum

24

Steifblättrige Kuckucksblume

Dactylorhiza incarnata

25

Stattliches Knabenkraut

Orchis mascula

26

Bleiches Waldvögelein

Cephalanthera damasonium

27

Rotes Waldvögelein

Cephalanthera rubra

28

Kleinblättriger Stendelwurz

Epipactis microphylla

29

Übersehene Stendelwurz

Epipactis neglecta

30

Dreizähniges Knabenkraut

Orchis tridentata

31

Brand-Knabenkraut

Orchis ustulata

32

Weißzüngel

Pseudorchis albida

33

Sumpf-Knabenkraut

Orchis palustris

34

Braunrote Stendelwurz

Epipactis atrorubens

35

Breitblättrige Stendelwurz

Epipactis helleborine

36

Greuters Stendelwurz

Epipactis greuteri

37

Sumpf-Stendelwurz

Epipactis palustris

38

Schmallippige Stendelwurz

Epipactis leptochila

39

Müllers Stendelwurz

Epipactis muelleri

40

Violette Stendelwurz

Epipactis purpurata

41

Große Händelwurz

Gymnadenia conopsea

42

Fuchs Kuckucksblume

Dactylorhiza fuchsii

43

Breitblättrige Kuckucksblume

Dactylorhiza majalis

44

Bocks-Riemenzunge

Himantoglossum hircinum

45

Helm-Knabenkraut

Orchis militaris

46

Purpur-Knabenkraut

Orchis purpurea

Preisstufe 1

01

1.200€

02; 03

1.300€

Preisstufe 2

04; 05; 06; 07; 08

1.600€

09; 10; 11; 12; 13

1.700€

Preisstufe 3

14; 15; 16

2.000€

17; 18; 19; 20

2.200€

21; 22

2.300€

23; 24; 25

2.400€

Preisstufe 4

26; 27; 28; 29; 30; 31; 32

2.500€

33

2.600€

34; 35; 36; 37; 38; 39; 40; 41

2.800€

42; 43; 44; 45; 46

3.300€

 

"Verein der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums Erfurt e.V."

Sparkasse Mittelthüringen

IBAN DE09 8205 1000 0130 0969 54

BIC HELADEF1WEM

 

Erfolge bei der Europameisterschaft der Präparatoren

Im Rhythmus von vier Jahren findet die Europameisterschaft der Präparatoren in Longarone/Italien statt. Hierbei stellten sich dieses Jahr über 90 Teilnehmer aus 15 Ländern mit mehr als 200 Präparaten dem kritischen Blick der Jury.

Nicht alle Kategorien erbrachten 2014 die nötige Punktzahl um Europameister zu werden. Nur in den Masterkategorien Fische, Vögel, Säugetiere und Collective Arts  wurden die begehrten Titel vergeben. Doch dies waren nicht die einzigen Preise. Vor allem die deutschen Teilnehmer verdienten mit ihren Exponaten zahlreiche Punkte und Europameistertitel sowie den Best-of-Show-Award.

Für das Naturkundemuseum war diese Meisterschaft in doppelter Hinsicht erfolgreich. Nicht nur Präparator Marco Fischer gewann einen Award in der Kategorie Excellence, einer Kategorie in der ausschließlich ehemalige Welt- und Europameister teilnehmen dürfen, sondern auch die drei Jungpräparatoren aus Bangladesh, welche seit April 2013 am Museum ausgebildet werden, waren sehr erfolgreich.

Alle drei erlangten, nach nur einem Jahr praktischem Präparationstraining im Naturkundemuseum Erfurt, sehr gute Bewertungen in der Novice-Kategorie - der Jungpräparatoren Klasse. Der Erfolg der Ausbildung wurde ebenfalls mit dem Best-Design-Award honoriert, welcher vom Naturkundemuseum Salzkammergut/Österreich gesponsert wurde.

Nächstes Jahr endet die zwei jährige Ausbildung und die drei Präparatoren, Aminul, Delowar und Abdullah werden in Bangladesch ihrerseits Präparatoren ausbilden und so die Biodiversitätsforschungen und Umweltbildung in ihrem Land mit exzellenten Präparaten vorantreiben.

Doch vorher steht noch die außerhalb des regulären Rhythmus geplante Europameisterschaft 2015 in Finnland an, an der die drei gerne wieder teilnehmen möchten.