Hummeln in Gefahr – Aufruf zur Mitarbeit

Kategorie: Aktuelles

 

Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Eine Gruppe leidet besonders darunter: die einheimischen Hummelarten. Jeder kennt Hummeln. Wenige wissen, wie wichtig sie für die Bestäubung unserer Blütenpflanzen sind, oft wichtiger als die Honigbienen. Hummeln fliegen und bestäuben selbst unter 6°C und bei Regen, während die Honigbiene mindestens 8°C benötigt, um effektiv Honig und Pollen sammeln zu können.

In Thüringen gibt es 31 Hummelarten, 13 davon stehen schon auf der Roten Liste, 3 Arten sind aber bereits ausgestorben. Weitere werden folgen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Durch die verfehlte Landbewirtschaftung der letzten Jahrzehnte, ist der Bestand an Insekten, und damit auch an Bestäubern wie die Hummeln stark zurückgegangen.
Es ist an der Zeit, auch in unserer  unmittelbaren Umgebung etwas für die Hummeln zu tun. Der erste Schritt dazu ist die Erfassung der Hummel-Vorkommen.

Der Förderverein des Naturkundemuseums Erfurt hat sich das Ziel gestellt, das Vorkommen von Hummeln im Stadtgebiet von Erfurt zu erfassen. In und um Erfurt gab es vor 100 Jahren noch ca. 20 Arten. Wie viele sind es heute? Welche Chancen haben wir, die Bestände zu erhalten? Diese Fragen sollten in naher Zukunft beantwortet werden. Die Artbestimmung ist nicht immer einfach, ist doch die weithin bekannte Erdhummel (Foto) ein Komplex von 4 Arten, die nur mit starker Lupe oder unterm Mikroskop bestimmt werden können.

Für die Erfassung der Erfurter Hummelfauna bittet das Naturkundemuseum und sein Förderverein die Erfurter Bürger um Mithilfe.
Besonders Gartenbesitzer und Spaziergänger bemerken sehr oft die nützlichen Bestäuber. Oft fallen auch Hummeln dem Autoverkehr zum Opfer und liegen tot am Straßenrand - besonders häufig trifft es im Frühjahr die Hummelköniginnen auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen.

Wer bei der Erfassung helfen will, kann das ganze Jahr über  tote Tiere im Naturkundemuseum (Große Arche 14, 99084 Erfurt) abgeben (oder einschicken). Die Tiere müssen aber mit genauem Fundort, Datum und Name des Finders – gern auch Adresse/Telefon für Rückfragen – versehen sein. Auch gute Fotos sind hilfreich, wenngleich man sehr selten darauf eine Art bestimmen kann. Auch hier sind die oben genannten Daten sehr wichtig. Die Fotos können auch per email gesendet werden: naturkundemuseum@erfurt.de.
Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Übrigens kann man auch für den Hummelschutz viel tun – ein loser Steinhaufen im Garten, Bienenfreundliche (das sind einheimische und vor allem ungefüllte) Blumen und keine Giftspritzerei sind oft schon ausreichend.