Naturkundemuseum Erfurt präsentiert Bisonbulle „Lakota“

Kategorie: Aktuelles

Hoch oben, auf dem Plateau von Erfurt’s Roten Berg – im Thüringer Zoopark - lebt eine kleine Bisonherde. Totem und Texttafeln künden von den Millionen Tieren, die einst die nordamerikanischen Prärien bevölkerten. Sie prägten und gestalteten diese Landschaft ebenso wie die Lebensweise und Kultur gleich mehrerer Nationen der Urbevölkerung. Auch wird vom großen Schlachten berichtet, bei der diese Art fast  völlig vom Erdboden getilgt wurde und dem wundersamen Wiederaufleben durch gezielten Schutz  und Zucht.

Aus dieser kleinen Zoopark-Gruppe ragte die imposante Gestalt des Bullen "Lakota"  heraus, der 13 Jahre hier lebte und 29 Kälber zeugte. Im Herbst 2016 waren jedoch die Alterserscheinungen unübersehbar. Er litt an Gelenkdeformationen, bewegte sich nur noch schwerfällig aus dem Stall und blieb meist den ganzen Tag über im Gehege liegen. Am 18. Oktober 2016 wurde er von seinen Schmerzen erlöst. Seine sterbliche Hülle gelangte an das Naturkundemuseum Erfurt.
Hier beschäftigte sich Präparator Ralf Nowak über Wochen mit dem Körperbau des Bisons, fertigte Zeichnungen und Modelle an. Monatelang schnitzte er dann detailgetreu den Körper, bis dem schließlich das gegerbte Fell in mehreren Anproben verpasst wurde. Werkstattbesuchern schien es, dass Lakota „wiederauferstanden“ sei.

Mitte Januar 2018 erhält er seinen endgültigen Platz auf der Arche im Keller des Museums. Zuvor aber  wurde er  kurz vor Weihnachten im Erdgeschoß des Hauses – vis a‘ vis der Wurzel der Eiche – aufgestellt. Hier können Sie  noch über den Jahreswechsel hinweg dem gewaltigen Indianerbüffel ins Auge schauen und den Koloss bestaunen.