Die Forschungstätigkeiten des Museums

Die Forschung ist eines der wichtigsten Standbeine eines modernen naturwissenschaftlichen Museums.

Durch Forschungsprojekte werden Sammlungen erweitert, bestehende Sammlungen der Wissenschaft zugängig gemacht und neue Erkenntnisse gewonnen. Dies bildet wiederum die Grundlage einer fundierten und didaktisch modernen Ausstellung. Nur mit Forschung und damit verbundener Sammlung entspricht ein Museum der UNESCO-Definition der Internationalen Kommission für Museen (ICOM).

Das Naturkundemuseum Erfurt ist im Rahmen seiner personell begrenzten Möglichkeiten und in Bezug auf seine Samm- lungen an vielen internationalen und nationalen Forschungsthemen beteiligt, so z.B. an ornithologischen und herpeto- logischen Forschungsprojekten in Deutschland und in ganz Europa, sowie an zoogeographischen und entomologischen Themen in Asien und Afrika. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Schwerpunkt der Biodiversitätsforschung im Himalaya.

Die internationalen Projekte sind über einen langen Zeitraum angelegt und werden z.T. am Naturkundemuseum unter aktiver Beteiligung des Fördervereins koordiniert. Das Zusammenwirken von Sammlungsbetreuung, -aufbau und internationaler Integration hat wertvolle Synergieeffekte sowohl für die Forschungsprojekte als auch für die Sammlung des Naturkundemuseums selbst (z.B. steigende nationale und internationale Bedeutung, internationale Akzeptanz mit Anfragen zur Zusammenarbeit).

Seit 1997 arbeitet das Naturkundemuseum Erfurt im internationalen Netz der Forschungssammlungen weltweit mit 57 Forschungssammlungen in 24 Ländern (Europa, USA) hinsichtlich der Determination und systematisch-phylogenetischer Forschungen ausgewählter Tiergruppen zusammen.

Erhaltungszuchtprogramm "Schwalbensittich"

Seit dem 25.11.2016 ist das Naturkundemuseum Erfurt Partner des "Swift Parrot Project", einer internationalen Artenschutzinitiative zur Rettung des Schwalbensittichs (Lathamus discolor). Neben zoologischen Gärten und privaten Züchtern sind damit auch zwei Naturkundemuseen beteiligt. Ziel des Projektes ist es, eine Reserve-Population des bedrohten Vogels in menschlicher Obhut aufzubauen und die Art für zukünftige Wiederansiedlungen nachzuziehen. Der Schwalbensittich kommt nur auf einigen australischen Inseln vor. Dort ist er von Lebensraumverlust und einer eingeführten Säugetierart akut betroffen. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Schwalbensittich daher als "critically endangered", also vom unmittelbaren Aussterben bedroht, eingestuft.
Im Naturkundemuseum laufen fortan die im Rahmen des Projektes die gesammelten Daten von Schwalbensittichen und ihren Züchtern zusammen. Naturschutzbiologe Florian Schäfer wird an der Koordinierung des angestrebten Zuchtprogrammes beteiligt sein.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Sie unter www.swift-parrot-project.org

 

Forschungsschwerpunkt "HIMALAYA"

bereits erschienen:

2015: Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya V

2012: Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya IV

2009: Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya III

2006: Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya II

2003: Biodiversität und Naturausstattung im Himalaya I

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