Die Geschichte der Sammlungen

Aus der Lust am Sammeln - vor allem skurriler und seltener Objekte - entstanden die Naturalienkabinette des 18. Jahrhunderts, die Vorläufer heutiger Naturkundemuseen. Wenngleich moderne Museen diesen "Gruselkabinetten" in nichts mehr gleichen, blieb ihr wesentlichstes Merkmal - die Sammlungen - als Gütezeichen von Museen erhalten. Genau sie sind es, die Museen von allen anderen Ausstellungs-Einrichtungen unterscheiden.

Sammlungen sind Schatzkammern. Vom Besucher weitgehend unbemerkt, und nur zu ganz besonderen Anlässen zu besichtigen, sind sie es, die den Ruf eines Hauses über Ländergrenzen hinweg prägen.

Eindrucksvoll wurde ihre Bedeutung auf dem "Gipfel von Rio" im Jahre 1992 mit seiner Forderung nach Erfassung und Erhaltung der biologischen Vielfalt (Biodiversität) wieder ins Blickfeld gerückt.

Längst sind naturwissenschaftliche Sammlungen mehr als ein Archiv verstaubter Belegstücke. Moderne Analysemethoden, besonders die der Genetik, haben Einzug gehalten. Und so gewinnt man heute in gut dokumentierten Sammlungen Informationen von vormals nie geahnter Fülle. Mit ihrer Hilfe findet die biologische Forschung Antworten auf Fragen zur Herkunft, zum Entwicklungsweg, zur Verwandtschaft oder zu Besonderheiten einzelner Arten - sie dokumentieren ehemalige Verbreitungsgrenzen und vieles mehr.

Eigentum verpflichtet! Dieser bekannte Ausspruch trifft wie kein anderer auch auf wissenschaftliche Sammlungen zu. Das Museum hat dazu sowohl eine moralische als auch juristische Pflicht. Der Sammler hat seine Schätze (oftmals sein Lebenswerk!) mit großem Vertrauen auf sachkundige Pflege, weitere Nutzung und Beständigkeit, einem "sicheren Ort" übergeben, den er im Museum zu finden glaubt. Ganz bewusst erlauben heutige gesetzliche Bestimmungen, mit wenigen eng begrenzten Ausnahmen, die Eingliederung umgekommener oder der Natur entnommener Organismen nur in den Bestand eines Museums. Unser Haus ist sich dieser hohen Verantwortung in vollem Umfang bewusst!

Sammlungszuwachs ist nicht nur Wertschöpfung. Viel höher als der durchaus beachtliche materielle Wert ist der nicht in Euro zu messende wissenschaftliche. Um ihn zu nutzen und zu mehren, stehen die Sammlungen Wissenschaftlern aller Länder offen.

Sammlungen des Naturkundemuseums Erfurt

Mammalogische Sammlungen

Ornithologische Sammlungen

Herpetologische Sammlungen

Die Entomologische Sammlung

Die Malakologische Sammlung

Die Botanische Sammlung

Die Paläontologische Sammlung

Die Mineralogische Sammlung